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		<title>Folkbaltica 2012 &#8211; Mondnacht und Politik</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 18:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1749" rel="attachment wp-att-1749"><img class="alignleft size-full wp-image-1749" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/bejarano.jpg" alt="" width="211" height="229" /></a>Mit dem Begriff Grenzüberschreitungen schmücken sich viele Festivals, doch nur wenige sind für dieses Thema so prädestiniert wie die Folkbaltica. In diesem Jahr präsentierte das Festival diesseits und jenseits der deutsch-dänischen Grenze rund um Flensburg bereits zum achten Mal Musik aus dem Ostseeraum. Trotz eines leichten Besucherrückgangs auf 5500 Zuschauer (bei 55 Konzerten an über 30 Veranstaltungsorten) freute sich der Künstlerische Leiter Jens-Peter Müller über „ein großartiges Ergebnis“. Passend zum Festivalthema „Deutschmark und Däneland – Grenzen und Grenzgänger“ bewies Müller, dass er bei der Programmgestaltung auch selbst bereit ist, Grenzen zu überschreiten. Er zögert nicht, Musiker und Bands einzuladen, die weder Folkmusik spielen noch baltisch sind, wenn sie ihm nur inhaltlich passend und wichtig erscheinen.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1744" rel="attachment wp-att-1744"><img class="alignright size-full wp-image-1744" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/strom_wasser.jpg" alt="" width="300" height="190" /></a>So bezog das Festival diesmal stärker als in den Vorjahren auch politisch Stellung. Vor allem der Auftritt des Projekts <strong>Strom &amp; Wasser feat. The Refugees</strong> war ein eindrucksvolles Statement. Der Kieler Liedermacher Heinz Ratz (im Bild rechts) hat dafür Musiker aus Gambia, Afghanistan und der Elfenbeinküste eingeladen, die er bei Besuchen in deutschen Flüchtlingslagern kennengelernt hat, wo sie unter teils beklagenswerten Bedingungen leben. Das lockere und fruchtbare Miteinander auf der Bühne war der beste Beleg für Ratz‘ Überzeugung: „Diese Menschen könnten uns bereichern, wenn wir sie nur ließen.“</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1730" rel="attachment wp-att-1730"><img class="alignleft size-full wp-image-1730" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/haugaard.jpg" alt="" width="285" height="200" /></a>Begonnen hatte das Festival mit einem durchwachsenen Auftaktkonzert. Die Aufführung des Auftragswerks <em>Müller-Musik</em>, für das der dänische Geiger <strong>Harald Haugaard</strong> (links) eine Notensammlung der beiden (wohl zu Recht) vergessenen Flensburger Komponisten Gottfried und Wilhelm Müller von 1837 bearbeitet hatte, war eine Enttäuschung. Die große Besetzung, in der Haugaards fünfköpfige Band auf sieben weitere Festivalmusiker traf, wurde durch die biederen Tanzmelodien nie gerechtfertigt. Der Versuch, das Programm durch zusätzliche Stücke anderer Epochen und Stile aufzufrischen, raubte der Musik auch noch den roten Faden.</p>
<p align="left">Anschließend stand <strong>Esther Bejarano</strong>, eine der beiden letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, mit der Kölner <strong>Microphone Mafia</strong> auf der Bühne (Bild oben). Das Zusammentreffen der 87-jährigen Frau mit den beiden fast doppelt so großen Rappern mit türkischen und italienischen Wurzeln fiel musikalisch ähnlich skurril aus wie optisch. Auch wenn es ein beeindruckendes Erlebnis war, die kleine Frau mit dem großen Mut und Engagement zu erleben, ging das musikalische Konzept nur selten auf. Die Konservenbeats wurden den Stücken nicht gerecht und die Rap-Einlagen wirkten eher lau und bemüht.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1731" rel="attachment wp-att-1731"><img class="alignright size-full wp-image-1731" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/nordic.jpg" alt="" width="290" height="210" /></a>Doch an den folgenden Tagen stieg das Niveau deutlich an. Ein Höhepunkt war der Auftritt des schwedischen Trios <strong>Nordic</strong> (rechts), das die Zuschauer in der überfüllten Helligandskirken mit Instrumentalmusik begeisterte, die gleichzeitig feinsinnig und mitreißend war. Die Inspiration durch Väsen war trotz der abweichenden Instrumentierung mit Nyckelharpa, Mandoline und Cello deutlich zu hören. Stark auch das gemeinsame Konzert von <strong>Lepistö &amp; Lehti</strong> mit dem deutsch-finnischen Trio <strong>Saimaa</strong> um Sängerin Anna-Katariina Hollmérus. Zu einem Abend unter der Überschrift „Mondnacht“ steuerten sie finnische Tango-Melancholie bei.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1756" rel="attachment wp-att-1756"><img class="alignleft size-full wp-image-1756" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/bobo2.jpg" alt="" width="279" height="191" /></a>Eine moderne deutsche Sichtweise auf Mond und Romantik präsentierte Christiane „<strong>Bobo</strong>“ Hebold (links). Die Sängerin von Bobo In White Wooden Houses gefiel in ihrem Nebenprojekt mit dem findigen Multiinstrumentalisten <strong>Sebastian Herzfeld</strong>, Gastmusiker Hayden Chisholm (sax) mit originellen Volksliedbearbeitungen. Ähnlich überzeugend verschmolz das norwegische Duo von <strong>Sinikka Langeland</strong> (kantele, voc) und <strong>Bjørn Kjellemyr</strong> (b) alt und neu miteinander. Schamanistische Runengesänge trafen auf groovende Bassmotive, Langeland zeigte, wie modern die Kantele klingen kann und bewies nebenbei, wie wirkungsvoll die archaischen Beschwörungen auch heute noch sind: Sie sang einen Schutzgesang gegen Wölfe, woraufhin während des gesamten Festivals kein einziger Besucher durch einen Wolf verletzt wurde.</p>
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		<title>Peter und der Wolf &#8211; ein Spiel um Sehnsucht und Macht</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 14:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine leicht überschaubare, kindgerechte Geschichte, problemlos nachvollziehbare Musik mit dem unüberhörbaren didaktischen Hintergrund, verschiedene Orchesterinstrumente vorzustellen – das ist Prokofjews musikalisches Märchen Peter und der Wolf. Eigentlich. Die Neufassung, die die Hamburger Theatergruppe Meine Damen und Herren im Mai sechs Mal in der Fabrik Kampnagel aufführt, ist nichts von alledem, und doch eine hochinteressante Auseinandersetzung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1704" rel="attachment wp-att-1704"><img class="alignleft" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/peter_wolf.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Eine leicht überschaubare, kindgerechte Geschichte, problemlos nachvollziehbare Musik mit dem unüberhörbaren didaktischen Hintergrund, verschiedene Orchesterinstrumente vorzustellen – das ist Prokofjews musikalisches Märchen <em>Peter und der Wolf</em>. Eigentlich. Die Neufassung, die die Hamburger Theatergruppe <strong>Meine Damen und Herren</strong> im Mai sechs Mal in der Fabrik Kampnagel aufführt, ist nichts von alledem, und doch eine hochinteressante Auseinandersetzung mit der bekannten Vorlage.</p>
<p align="left">Das fängt bei der Erzählweise an: An die Stelle der programmmusikalischen Geschichte mit Märchenzügen tritt eine Szenenfolge, in der Fragen um Autorität und Freiheitswunsch, Angst und Mut, Macht und Ohnmacht verhandelt werden. Songtexte und Dialoge, die in Improvisationen der Darsteller erarbeitet wurden, eröffnen einen neuen Blick auf das bekannte Geschehen, was durch die besondere Qualität der Schauspieler noch verstärkt wird. Die Gruppe <strong>Meine Damen und Herren</strong> knüpft auf Theaterebene an das Konzept des bekannten Musikprojekts Station 17 an: In ihr arbeiten geistig behinderte und nichtbehinderte Künstler gemeinsam an einem individuellen künstlerischen Ausdruck. Und nicht nur die Frage des sich gegängelt fühlenden Peter, warum eigentlich der Großvater immer alles bestimmen dürfe, bekommt aus dem Mund eines Behinderten eine zusätzliche Bedeutungsebene.</p>
<p align="left">Mit der Entscheidung, die handelnden Personen zu vervielfachen und vier Großväter und sechs Peter zu zeigen, eröffnen sich der Aufführung (Regie: Anna Malunat) interessante Möglichkeiten: Da sich die Szenen vor den Augen der Zuschauer leicht variiert mehrfach gleichzeitig abspielen und von mehreren Schauspielern in deren jeweils sehr individueller Ausdrucksweise gestaltet werden, erreicht das Stück mehr Nuancenreichtum und Tiefe. Das Gezeigte wird vom individuellen Schicksal ins Allgemeingültige gehoben. Zu beobachten, wie gleich mehrere Peter-Darsteller als Strafe für den unerlaubten Ausflug in die Außenwelt vom Großvater zurückgeholt, eingesperrt und auf dem Bühnenboden festgetackert werden, gerät auf diese Weise besonders beklemmend.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1705" rel="attachment wp-att-1705"><img class="alignright" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/ribot.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Ähnlich außergewöhnlich fällt die musikalische Seite der Aufführung aus: An die Stelle des Orchesters tritt eine fünfköpfige Band, bei deren Besetzung Ernst Bechert (tb, keyb) und Hendrik Lorenzen (sax, bcl) einen echten Coup gelandet haben: Ihnen zur Seite sitzt neben der Rhythmusgruppe aus Beat Halberschmidt (b) und Sven Kacirek (perc) doch tatsächlich der New Yorker Gitarrengott Marc Ribot (auch bj, frh), der sich mit Freude und Engagement daran macht, Prokofjews Melodielinien auseinanderzunehmen und mit Versatzstücken aus seinem stilistisch breiten Erfahrungsschatz als Rock-, Punk-, Jazz- und Avantgardemusiker neu zusammenzusetzen. Da wird Peters charakteristische Streichermelodie auf ein wenige Sekunden dauerndes Gitarrenmotiv zusammengestaucht, das hier und da aufblitzt und daran erinnert, in welchem Stück wir uns befinden. Das Klarinettenmotiv der Katze verwandelt Ribot in eine gebrochene Banjo-Miniatur, bevor er allein und ganz songorientiert Schauspieler Dennis Seidels „Lied von der toten Ente“ begleitet.</p>
<p align="left">Während Peter unwiderstehlich vom erneuten Übertreten der Grenzen und dem Schritt hinaus in die Außenwelt angezogen wird, die in Jan Katteins Bühnenbild durch eine Wasserfläche symbolisiert wird, klingt in der Musik entfernt Jimi Hendrix‘ „Little Wing“ an. In Peters Phantasie verwandelt sich der Wolf nach einem Kuss in eine Frau, mit der er schließlich vor dem Traualtar steht. Nach gut einer Stunde anregenden Musiktheaters gibt es vom Publikum ungeteilten Jubel für alle Beteiligten. Die Frage, mit der das Stück endet, bleibt im Raum stehen und regt zur weiteren Beschäftigung mit dem Gesehenen an: „Und wenn Peter den Wolf nicht gefangen hätte?“</p>
<p> <em>Weitere Aufführungen: 15. und 16.5.2012, 19.30 Uhr, Kampnagel k2, Hamburg</em></p>
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		<title>Rusconi rufen die Revolution aus</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 21:05:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mutig! Zwei Jahre nachdem sie sich mit ihrer viel beachteten und hoch gelobten Sonic-Youth-Hommage &#8220;It’s a Sonic Life&#8221; auf musikalischer Ebene von den letzten Beschränkungen und Regeln der Jazzwelt verabschiedet und als eines der aktuell aufregendsten Klaviertrios etabliert haben, gehen die drei von Rusconi nun auf wirtschaftlicher Ebene den nächsten Schritt. Sie befreien sich von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1651" rel="attachment wp-att-1651"><img class="alignright size-full wp-image-1651" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/Rusconi2.jpg" alt="" width="300" height="191" /></a>Mutig! Zwei Jahre nachdem sie sich mit ihrer viel beachteten und hoch gelobten Sonic-Youth-Hommage &#8220;<em>It’s a Sonic Life&#8221;</em> auf musikalischer Ebene von den letzten Beschränkungen und Regeln der Jazzwelt verabschiedet und als eines der aktuell aufregendsten Klaviertrios etabliert haben, gehen die drei von Rusconi nun auf wirtschaftlicher Ebene den nächsten Schritt. Sie befreien sich von den Zwängen der Musikindustrie hinsichtlich der Herstellung und Veröffentlichung von Musik und rufen mit dem programmatischen Titel ihrer ersten komplett selbst produzierten und vermarkteten Platte eine <em>Revolution</em> aus. Seine CDs verkauft das Trio ab sofort nur noch bei seinen Konzerten, in digitaler Form kann man ihre Platten aber (zu einem selbstgewählten Preis!) über die <a href="http://rusconi-music.com/">Bandhomepage </a>herunterladen. Die Band verspricht sich davon, künftig flexibler und schneller mit ihrer Musik und ihren Ideen arbeiten zu können und näher am Puls ihrer Fangemeinde zu bleiben.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1652" rel="attachment wp-att-1652"><img class="alignleft  wp-image-1652" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/RusconiTrio1.jpg" alt="" width="280" height="187" /></a>Und wie es sich für eine Revolution gehört, gibt es dazu auch ein Manifest, in dem das Trio die Hintergründe seiner Entscheidung erläutert: „Die digitale Reproduzierbarkeit und deren Verbreitung im Internet kennen keine Grenzen. Besitz wird dadurch hinfällig und die Höhe des Preises daher fragwürdig. Wir akzeptieren das. Aber – der Inhalt des Schaffens bleibt eine große künstlerische Leistung, welche Zeit, Handwerk, Inspiration aber auch finanzielle Mittel braucht.“ Und dazu nehmen sie die Fans in die Verantwortung, deren Unterstützung in Form von Spenden und dem Kauf von Konzerttickets und Platten die Existenz der Band nun an den Konten der Musikindustrie vorbei sichern soll: „Ohne Euch soll es uns nicht geben.“ Ein Konzept, von dem viele sagen, es könne allenfalls bei kommerziell ohnehin erfolgreichen Bands wie Radiohead oder Nine Inch Nails funktionieren, die Ähnliches bereits vorgemacht haben. Stefan Rusconi ist davon überzeugt, dass der Weg auch für sein Trio eine Chance ist. Man müsse eben genau wissen, was man den Hörern anzubieten habe, was sie interessiert.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1655" rel="attachment wp-att-1655"><img class="alignright size-full wp-image-1655" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/rusconi3.jpg" alt="" width="280" height="203" /></a>Auf <em>Revolution</em> bieten Rusconi eine Musik an, die sich noch weiter vom klassischen Klangideal entfernt als zuletzt, die abenteuerlustig ist und den Zuhörer in einen Sog zieht. Die Aufnahme bestätigt den Eindruck, dass sich die Band beim fleißigen Touren mit dem Sonic-Youth-Programm rasant entwickelt hat. Klavierpräparationen erschaffen neue Klangwelten, Distortionpedal und andere Effekte geben dem Kontrabass wahlweise rockige oder sphärische Dimensionen, wortloser Hintergrundgesang, Pfeifen und Handclaps docken an Popästhetik an, dabei strahlt die Gruppe die raue Energie einer Rockband aus. Man vergisst schnell, dass man einem Klaviertrio zuhört, ähnlich wie es phasenweise bei den späten e.s.t.-Platten war. Die intensive Beschäftigung mit Sonic Youth hat in Rusconis Musik tiefe Spuren hinterlassen. Und das nicht nur, wenn einzelne Elemente aus den Stücken der New Yorker Band in den Eigenkompositionen aufgegriffen, zitiert, variiert und weiterentwickelt werden. Die gesamte Ästhetik spiegelt das Tun von Klangforschern wider, die an einer Musik basteln, für die Schlagzeuger Claudio Strüby den Begriff „Improvised Pop“ heranzieht.</p>
<p align="left">Die Detailliebe der Produktion bildet die Entstehungsweise der Aufnahme ab, für die sich die Musiker für zwei Wochen einen mikrofonierten, großzügig dimensionierten Aufnahmeraum eingerichtet hatten, in dem sie die sieben neuen Titel ohne Zeitdruck und fremden Einfluss er- und bearbeiten konnten. Dass mit Fred Frith ein prominenter Gast vorbeikam und das zehneinhalbminütige „Alice in the Sky“ mit seiner Gitarre zum Soundtrack eines abgründigen Traums machte, rundet den starken Eindruck einer Aufnahme ab, mit der für Rusconi eine neue Zeitrechnung beginnt: Organisatorisch stehen sie nun komplett auf eigenen Beinen, und musikalisch erreichen sie ein neues Niveau. So scheint es durchaus berechtigt, wenn sie ihren Zuhörern mit dem Schlusssatz ihres Manifests zurufen: „Freut Euch auf die Zukunft.“</p>
<p align="left"><em>Rusconi: Revolution (Qilin Records / <a href="http://rusconi-music.com/" target="_blank">rusconi-music.com</a>)</em></p>
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		<title>Die jazzahead! 2012 &#8211; doch keine Krise?</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 16:12:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Na sowas! Da diskutieren seit Monaten Musiker und Feuilletonisten über die Krise des Jazz. Die einen beklagen zu wenig Auftrittsmöglichkeiten und fordern staatliche Unterstützung, die andern kritisieren fehlende Relevanz einer Musik, die häufig am Publikum vorbei gespielt wird. Und dann das: Die jazzahead!, das deutsche Branchentreffen des Jazz, verzeichnete bei seiner siebten Auflage Rekorde über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1670" rel="attachment wp-att-1670"><img class="size-full wp-image-1670 alignleft" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/spinifex.jpg" alt="" width="270" height="206" /></a>Na sowas! Da diskutieren seit Monaten Musiker und Feuilletonisten über die Krise des Jazz. Die einen beklagen zu wenig Auftrittsmöglichkeiten und fordern staatliche Unterstützung, die andern kritisieren fehlende Relevanz einer Musik, die häufig am Publikum vorbei gespielt wird. Und dann das: Die jazzahead!, das deutsche Branchentreffen des Jazz, verzeichnete bei seiner siebten Auflage Rekorde über Rekorde.</p>
<p>Über 500 Aussteller aus 31 Ländern in den Bremer Messehallen bedeuteten im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs um satte 42 Prozent. Bei den Fachteilnehmern wuchs die Zahl auf 2.256, darunter deutlich mehr Veranstalter und Vertriebe als in den vergangenen Jahren, eine Steigerung von über 12 Prozent.  Knapp 7.000 internationale Zuschauer und Fachteilnehmer aus 43 Ländern kamen zu den Konzerten im Rahmen der jazzahead!, was einem Plus von mehr als 22 Prozent entspricht.</p>
<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1676" rel="attachment wp-att-1676"><img class="alignright size-full wp-image-1676" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/vinx2.jpg" alt="" width="192" height="234" /></a>Im Rahmen mehrerer Konzertreihen konnten sich Bands dem Publikum und, für die Musiker besonders interessant, internationalen Veranstaltern und Konzertagenten präsentieren. Die &#8220;German Jazz Expo&#8221; gab deutschen Musikern, die im Inland bereits einen Namen haben, wie Florian Weber, Sebastian Gille oder Céline Rudolph die Chance, wertvolle Kontakte zu knüpfen. Besondere Aufmerksamkeit bekamen Gruppen aus Spanien, dem diesjährigen Partnerland der jazzahead!.</p>
<p>Für eine Spur Exotik sorgte die Overseas Night im Kulturzentrum Schlachthof mit Musikern aus Kanada, Brasilien und den USA, darunter Sänger Vinx (rechts), der schon auf Konzerte und Kollaborationen mit berühmten Namen wie Sting, Herbie Hancock und Stevie Wonder zurückblicken kann. Mit technischen Hilfsmitteln wie Loopgeräten, großen Entertainerqualitäten und selbstironischen Ansagen hatte er die Zuschauer schnell auf seiner Seite.</p>
<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1671" rel="attachment wp-att-1671"><img class="alignleft size-full wp-image-1671" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/neset.jpg" alt="" width="300" height="191" /></a>Den Blick ins europäische Ausland warf die Reihe &#8220;European Jazz Meeting&#8221; mit sehenswerten Kurzauftritten des Trondheim Jazz Orchestra, des englischen Pianisten Kit Downes mit seiner Band und vieler anderer. Einen energiegeladenen Set legte das niederländische Spinifex Quintet (Bild oben) hin, während das norwegische Duo von Sängerin Solveig Slettahjell und Pianist Morten Qvenild auf Reduktion und musikalische Intimität setzte. Bejubelt wurden die Konzerte des aufstrebenden norwegischen Saxofonisten Marius Neset (links) und des grandiosen Schweizer Sextetts &#8220;Hildegard lernt fliegen&#8221; um den Ausnahmevokalisten Andreas Schaerer.</p>
<p>Und die Krise? Hatte zumindest für ein langes Wochenende Pause. Dass deutsche und europäische Jazzmusiker heutzutage ein atemberaubendes Niveau haben, wurde eindrucksvoll bewiesen. Ob sie damit auch das Interesse eines Publikums jenseits der Besucher einer Fachmesse wecken können, müssen sie dennoch auch weiterhin im harten Alltag stets aufs Neue beweisen. Und können sich dann im kommenden Jahr wieder in Bremen treffen. Der Termin für die nächste jazzahead! steht bereits fest, sie wird vom 25. bis 28. April 2013 stattfinden.</p>
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		<title>Renaud García-Fons &#8211; der Alleskönner am Kontrabass</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 10:53:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Franzose Renaud García-Fons bleibt der Percy Stuart des Kontrabasses („Der Mann, der Mann, der Mann, der alles kann“). Der jetzt auf CD erschienene Mitschnitt seines Solokonzerts vom September 2011 im Kloster Marcevol in den Pyrenäen ist schlichtweg atemberaubend und wirkt wie die Essenz seines Spiels, in dem virtuoseste Technik, originelle Spielweisen und perkussive Effekte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1643" rel="attachment wp-att-1643"><img class="alignright size-full wp-image-1643" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/garciafons2.jpg" alt="" width="191" height="270" /></a>Der Franzose Renaud García-Fons bleibt der Percy Stuart des Kontrabasses („Der Mann, der Mann, der Mann, der alles kann“). Der jetzt auf CD erschienene Mitschnitt seines Solokonzerts vom September 2011 im Kloster Marcevol in den Pyrenäen ist schlichtweg atemberaubend und wirkt wie die Essenz seines Spiels, in dem virtuoseste Technik, originelle Spielweisen und perkussive Effekte der Fähigkeit begegnen, das Instrument singen zu lassen.</p>
<p>Mit Unterstützung vorproduzierter und live eingespielter Loops entfaltet der Bassist eine musikalische Weltkarte, die von Europa über den Orient und Indien bis nach Lateinamerika reicht. In „Rock Wandering“ klingt er so rockig, wie man ihn bisher allenfalls aus Projekten von Nguyên Lê kannte. Und für alle, die ob der klanglichen Fülle „Nachbearbeitung“ und „Studiotricks“ rufen, gibt es das Konzert auf der beigefügten DVD erstklassig gefilmt auch zu sehen. Dabei kommt man dem Bassisten so nah, dass man als Zuschauer dem Live-Publikum gegenüber fast ein schlechtes Gewissen hat.</p>
<p align="left"><em>Renaud García-Fons: Solo – The Marcevol Concert<strong></strong> (Enja / Soulfood)</em></p>
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		<title>Dánjal &#8211; Balkanklänge von den Färöern</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 21:38:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Insulanern sagt man ja eine gewisse Eigenheit und Skurrilität nach. Wenn man sich Herkunft, Werdegang und Schaffen des Sängers, Pianisten und Songwriters Dánjal á Neystabø ansieht, dann geht er demnach problemlos als typischer Insulaner durch. 1979 auf den nordatlantischen Färöern in eine alteingesessene Politikerfamilie hineingeboren, der Großvater einst Premierminister, die Mutter spätere Kulturministerin der Inselgruppe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1615" rel="attachment wp-att-1615"><img class="size-full wp-image-1615 alignright" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/danjal2.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Insulanern sagt man ja eine gewisse Eigenheit und Skurrilität nach. Wenn man sich Herkunft, Werdegang und Schaffen des Sängers, Pianisten und Songwriters Dánjal á Neystabø ansieht, dann geht er demnach problemlos als typischer Insulaner durch. 1979 auf den nordatlantischen Färöern in eine alteingesessene Politikerfamilie hineingeboren, der Großvater einst Premierminister, die Mutter spätere Kulturministerin der Inselgruppe, führte ihn sein Leben über Schuljahre in Seattle, ein Jazzstudium in Schweden, eine Roma-WG in Groningen und eine Jazzdozentur in Russland schließlich nach Kopenhagen, wo er nun trotz aller Reiselust schon mehrere Jahre lebt.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1616" rel="attachment wp-att-1616"><img class="alignleft size-full wp-image-1616" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/danjal11.jpg" alt="" width="192" height="253" /></a>All das hat sich in seiner Musik niedergeschlagen, die den Zuhörer in verräucherte Kneipen und Zirkuszelte, auf Balkanhochzeiten und Kleinkunstbühnen führt. Bei aller Weltläufigkeit ist Dánjal seine Herkunft wichtig: „Ich fühle mich den Färöern, ihrer überwältigenden Natur und ihrem unbeständigen Wetter sehr verbunden. Meine Familie lebt dort, und ich besuche sie mehrmals im Jahr. Die Tatsache, dass du dort immer den Ozean und den Horizont vor Augen hast, gibt den Inseln eine besondere, melancholische Stimmung, die ich sehr anregend finde.“</p>
<p align="left">Neben seiner Musik arbeitet das Multitalent auch als Schauspieler und Autor, setzt aber eindeutige Prioritäten: „Es ist inspirierend, sich in anderen Kunstformen auszudrücken, aber mein Herzblut steckt in der Arbeit mit der Band.“ Nachdem 2010 sein Debüt <em>The Palace</em> mit einhelligem Lob bedacht wurde, legt er jetzt <em>The Bubble</em> nach, eine CD, die trotz teils opulenter Arrangements durch ihren klaren Aufbau aus zweimal fünf Songs mit einer kurzen Pause dazwischen wie eine konzentrierte Reminiszenz an alte Vinylzeiten wirkt.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1613" rel="attachment wp-att-1613"><img class="alignright  wp-image-1613" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/danjal3.jpg" alt="" width="300" height="197" /></a>Die Blase im Titel hat für den 32-Jährigen gleich mehrere Bedeutungen: „Es geht zunächst um den wachsenden Individualismus, der dazu führt, dass die Menschen heutzutage wie in Blasen relativ unbeeinflusst voneinander leben. Wir wählen die Werte, auf denen wir unser Leben aufbauen, wie ein Menü von einer Speisekarte aus. Natürlich ist die Freiheit zu sagen und zu glauben, was man will, eine gute Sache. Aber sie führt auch dazu, dass es schwieriger wird, gemeinsame Grundlagen und Wahrheiten zu finden. Das kann zum Problem werden, denn ich denke, dass die Menschen einen gemeinsamen Glauben brauchen. Deshalb ist für viele der Kapitalismus zu einer neuen Religion geworden, obwohl er in Wirklichkeit mit seinem Ziel des endlosen Wachstums zum Scheitern verurteilt ist.“ Womit sich der Kreis zur zerstörerischen Finanzblase schließt.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1617" rel="attachment wp-att-1617"><img class="alignleft size-full wp-image-1617" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/danjal4.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Beim Aufbau der CD beweist Dánjal Gespür für große Bögen. Statt sein Pulver am Anfang zu verschießen, reihen sich zum Ende hin die Höhepunkte aneinander. Da ist „Bring Me Along“, ein großer Popsong von verhaltenem Pathos, den man gerne mal von Nick Cave gesungen hören würde. Das gefühlvolle „From a Father” bestätigt die Nähe zum frühen Tom Waits, die dem Sänger schon anlässlich seines Debüts nachgesagt wurde. Und am Ende steht mit „Paint Me Blue“ eine Ode an die Beatles, komplett mit Bläserensemble, altmodischem Swing und einem Refrain, der offen auf „All You Need Is Love“ anspielt. Vielleicht ist es wirklich so einfach: die Liebe als Rezept gegen das einsame Leben in der selbstgewählten Luftblase.</p>
<p align="left"><em>Dánjal: The Bubble (Peregrina Music / In-Akustik)</em></p>
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		<title>Die bizarre Welt der CocoRosie-Schwestern</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 11:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[CocoRosie]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<description><![CDATA[Erst düster, dann schrill – die Doppelpremiere des US-amerikanischen Schwesternduos CocoRosie in der Hamburger Kampnagel-Fabrik unter dem Titel &#8220;Nightshift / Die achte Nacht&#8221; war ein opulentes Ereignis von fast vier Stunden Länge, an deren Ende das Publikum gelöst und begeistert tanzte. Dass es so kommen würde, war jedoch zunächst nicht unbedingt abzusehen. Denn der groß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1596" rel="attachment wp-att-1596"><img class="alignright size-full wp-image-1596" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/Nightshift.jpg" alt="" width="280" height="200" /></a>Erst düster, dann schrill – die Doppelpremiere des US-amerikanischen Schwesternduos CocoRosie in der Hamburger Kampnagel-Fabrik unter dem Titel &#8220;Nightshift / Die achte Nacht&#8221; war ein opulentes Ereignis von fast vier Stunden Länge, an deren Ende das Publikum gelöst und begeistert tanzte.<strong></strong> Dass es so kommen würde, war jedoch zunächst nicht unbedingt abzusehen.</p>
<p>Denn der groß und ambitioniert angelegte Abend mit Sierra und Bianca Casady alias CocoRosie in der ausverkauften Hamburger Fabrik Kampnagel hatte eher zäh begonnen. Unter dem Titel <em>Nightshift</em> präsentierte Bianca, die jüngere der Schwestern, ihre erste Tanztheaterperformance, eine düstere Folge bedeutungsschwer und symbolträchtig aufgeladener Szenen, in deren Mittelpunkt die Transformation verschiedener Figuren steht: Ein Waisenkind wird zur Totengräberin, eine Vogelscheuche steigt wie Jesus vom Kreuz herab, eine zerlumpte Frau mit überlangem Zopf, mit dem sie zunächst den Boden fegen muss, macht sich auf eine Wanderschaft, und eine mühsam über die Bühne schlurfende bucklige Frau wird kurzzeitig zur eleganten Erscheinung, bevor sie von zwei Männern auf hohen Plateaustiefeln (Kostüme: Gaspard Yurkievich) zu Grabe getragen wird.</p>
<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1600" rel="attachment wp-att-1600"><img class="alignleft size-full wp-image-1600" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/maldonado.jpg" alt="" width="211" height="280" /></a>Das Ganze wird mit Rezitationen und wandhoch flimmernden Schwarzweiß-Projektionen angereichert, die das Geschehen auf der Bühne teils verdoppeln, teils verfremden, und hat durchaus seine starken Momente. Nicht zuletzt die live gespielte, extrem wandlungsfähige Musik, an der neben CocoRosie auch Danny Bensi (cello), Saunder Juriaans (g, b) und Doug Wieselman (cl) beteiligt sind, kreiert eine phasenweise dichte Atmosphäre und reicht von kammermusikalischen Klangmalereien über perkussives Gerumpel bis zu jaulenden E-Gitarrenklängen und Björk-Reminiszenzen. Allein, es will sich kein dramaturgischer Bogen ergeben, der die Einzelteile in einen Zusammenhang bringen würde. Nachdem vier Tänzer in stilisierten Sträflingskostümen eine Schrittfolge aufgeführt haben, wird schließlich die Grenze zur (unfreiwilligen oder nur unpassenden?) Komik überschritten, als Transgender-Tänzer und Vogueing-Queen Leiomy Maldonado wie ein sexuell übermäßig aufgeladener Schmetterling auf einem großen Fliegenpilz zu harten Beats sein/ihr Headbanging vorführt. Je mehr Ausdrucksformen und Bedeutungsebenen aneinandergefügt werden, umso drängender wird der Verdacht, dass die vordergründige Fülle lediglich eine Leerstelle im Zentrum des Stückes kaschiert. Als das Publikum nach rund 80 Minuten in die Pause entlassen wird, ist der Applaus freundlich, aber zurückhaltend.</p>
<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1597" rel="attachment wp-att-1597"><img class="size-full wp-image-1597 alignright" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/CocoRosie.jpg" alt="" width="300" height="192" /></a>Das ändert sich im zweiten Teil des Abends. Unter der Überschrift <em>Die achte Nacht</em> bringen die Casady-Schwestern nun ein Konzert auf die Bühne, das bekannte und neue Songs in einen selbst für CocoRosie-Verhältnisse ungewöhnlichen Kontext setzt: Als Begleitband fungiert neben den <em>Nightshift</em>-Musikern das indische Folk-Kollektiv Rajasthan Roots, das die traditionelle Musik Nordwestindiens ohne Berührungsangst mit anderen Stilen kombiniert. Und interkulturelle und interstilistische Berührungen gibt es an diesem Abend reichlich. Der erstklassige Beatboxer Tez setzt den warmen Klängen der indischen Band maschinenhafte Rhythmen entgegen. Dazu die kaum zu kategorisierenden Casadys, die ihr bekanntes Spiel mit den Geschlechterrollen treiben und lustvoll den Kontrast zwischen ihren denkbar unterschiedlichen Gesangsstimmen ausspielen: Sierra (im Bild links) mit opernhaften Sirenenklängen, Bianca (mitte) mit cool hingerotztem, leicht quäkigem Sprechgesang. Mit fortschreitender Dauer gewinnt das Geschehen auf der Bühne durch lange Wiederholungspassagen und die hippiesken indischen Elemente etwas Trancehaftes. Das Konzert wird immer mehr zum Happening, von dem sich auch das Publikum anstecken lässt, das in großer Zahl zur Bühne strömt. Als sich dann noch erneut Leiomy Maldonado, inzwischen in rosa Rüschen-Hotpants und Netzstrumpfhose, dazugesellt, ist die bizarre Szenerie komplett. Der schwer zu fassende Begriff Weird Folk, der CocoRosie anhängt, – hier wird er tatsächlich einmal greifbar.</p>
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		<title>Lambchop &#8211; ruhig und langsam in die Tiefe</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 10:34:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vielleicht ist Tiefe das richtige Wort für die Musik auf „Mr. M“, der neuen Platte der Gruppe Lambchop aus Nashville, auch wenn man ein wenig braucht, um dies festzustellen. Zunächst meint man, ruhige, aber gefällige Musik zu hören, die auf Anhieb kaum im Ohr einrastet. Langsame Musik, die zurückhaltend bleibt, selbst wenn Streicher und Hintergrundchor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1581" rel="attachment wp-att-1581"><img class="alignright size-full wp-image-1581" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/lambchop1.jpg" alt="Kurt Wagner" width="199" height="280" /></a>Vielleicht ist Tiefe das richtige Wort für die Musik auf „Mr. M“, der neuen Platte der Gruppe Lambchop aus Nashville, auch wenn man ein wenig braucht, um dies festzustellen. Zunächst meint man, ruhige, aber gefällige Musik zu hören, die auf Anhieb kaum im Ohr einrastet. Langsame Musik, die zurückhaltend bleibt, selbst wenn Streicher und Hintergrundchor oder – wie im Instrumentalstück „Gar“ – auch noch Bläser hinzutreten und dem Stück einen geschmackvollen Easy-Listening-Anzug verpassen, als wäre Lambchop-Chef Kurt Wagner der Burt Bacharach des Alternative Country.</p>
<p>Doch bei wiederholtem Hören öffnen sich immer neue erstaunliche Ebenen. Da ist das fließende Folkpicking von „The Good Life (Is Wasted)“ oder das fast siebenminütige „Gone Tomorrow“, das mit einem psychedelischen Instrumentalteil endet.</p>
<p>Vor allem aber sind da Wagners Texte, die auch diesmal vieles offen lassen, Alltagbeobachtungen und scheinbar freie Assoziationen aneinander reihen und den Zuhörer mit einprägsamen Textzeilen auf die Suche nach Bedeutung in die Tiefe schicken. Erst recht, wenn man weiß, unter welchen Umständen die Platte entstanden ist. Geschrieben hat Wagner die neuen Songs nach einer Blockade, die der Freitod seines engen Freundes, des Songwriters Vic Chesnutt, ausgelöst hatte.</p>
<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1582" rel="attachment wp-att-1582"><img class="alignleft size-full wp-image-1582" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/lambchop2.jpg" alt="Kurt Wagner" width="270" height="197" /></a>Schließlich entstand eine Musik zwischen Country, Folk und Jazz, entschleunigt und von Trauer durchzogen, die den Zuhörer dennoch nicht in einem düsteren Zimmer belässt. Immer wieder werden die Vorhänge beiseitegeschoben, um den Blick auf Auswege freizugeben, bevor sich mit dem Abschlussstück „Never My Love“ eine Tür öffnet.</p>
<p>Ein Hoffnungsschimmer, den Kurt Wagner in einem Interview erläutert hat: „Ich konnte nach Vics Tod lange Zeit gar nicht arbeiten. Für mich ging es eher darum, mir zu erlauben, dass das Leben weitergeht. Deshalb ist nicht der Tod das Hauptthema von ,Mr. M‘, sondern die Liebe. Denn das Gute an dem Verlust eines geliebten Menschen ist, dass man die Beziehungen, die man noch hat, erst dadurch richtig schätzen lernt.“</p>
<p><em>Lambchop: Mr. M (City Slang / Universal) </em></p>
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		<title>Elin Furubotn geht neue Wege</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 10:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Norwegen tut sich was. Die wachsende Zahl der Freunde von Sängerinnen aus dem langgezogenen skandinavischen Land müssen langsam achtgeben, wenn sie den Überblick über die hörenswerten Vokalistinnen behalten wollen. War jahrelang Kari Bremnes mit ihren eingängigen und poetischen Liedern zwischen Folk, Jazz und Pop der wichtigste Exportartikel innerhalb des Genres, hat sich das Angebot [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1422" rel="attachment wp-att-1422"><img class="alignright size-full wp-image-1422" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/furubotn.jpg" alt="Elin Furubotn" width="207" height="280" /></a>In Norwegen tut sich was. Die wachsende Zahl der Freunde von Sängerinnen aus dem langgezogenen skandinavischen Land müssen langsam achtgeben, wenn sie den Überblick über die hörenswerten Vokalistinnen behalten wollen. War jahrelang Kari Bremnes mit ihren eingängigen und poetischen Liedern zwischen Folk, Jazz und Pop der wichtigste Exportartikel innerhalb des Genres, hat sich das Angebot in den vergangenen Jahren erfreulich aufgefächert.</p>
<p>Wer es jazziger mag, findet an den entschleunigten Songs von Solveig Slettahjell oder Inger Marie Gefallen. Mit <em>November</em>, dem CD-Debüt der jungen Annlaug Børsheim, trat im vergangenen Jahr eine begabte Künstlerin ins Scheinwerferlicht, die zu großen Hoffnungen Anlass gibt. Und wer auf experimentelle, aber nie anstrengende Popmusik steht, kann bei der Band Scent of Soil mit der Sängerin Kirsti Huke und dem Saxofonisten Tore Brunborg fündig werden.</p>
<p>Mit Elin Furubotn (rechts) und ihrer CD <em>Heilt Nye Vei</em> stellt sich nun gleich die nächste norwegische Sängerin vor. Dabei handelt es sich jedoch beileibe nicht um eine unerfahrene Debütantin. In ihrer Heimat ist <em>Heilt Nye Vei</em> bereits Furubotns fünfte Veröffentlichung seit 1999. Außerdem hat sie sich in Kooperationen mit dem Saxofonisten Karl Seglem, einer der wichtigen Integrationsfiguren im Grenzgebiet zwischen Folk und Jazz, einen Namen gemacht. Seglem spielt auch auf der neuen und ersten international veröffentlichten Platte eine wichtige Rolle und hilft dabei, sie deutlich über normales Songwriterpop-Niveau hinauszuheben. Nebenbei belegt er einmal mehr die Durchlässigkeit der norwegischen Musikszene zwischen Folk, Pop und Jazz.</p>
<p>Mit Blick auf den internationalen Markt enthält die deutsche Veröffentlichung der CD zwei der Titel zusätzlich in Alternativversionen mit englischem Text. Ob Elin Furubotn damit ihre Erfolgschancen steigert, wird sich zeigen. Kari Bremnes hatte ähnliches vor Jahren mit zwei durchgehend in englisch gesungenen CDs versucht und festgestellt, dass zumindest das deutsche Publikum dieses Entgegenkommen nicht besonders schätzte und ihre norwegischen Lieder vorzog. Auch Elin Furubotn sollte solche Zugeständnisse nicht nötig haben. Die Qualität ihrer Lieder spricht für sich, ganz unabhängig davon, in welcher Sprache sie gesungen werden.</p>
<p><em>Elin Furubotn: Heilt Nye Vei (Ozella Music / Galileo MC)</em></p>
<p><em>Solveig Slettahjell: Antologie (Emarcy / Universal)</em></p>
<p><em>Inger Marie: For You (Stunt Records / Sunny Moon)</em></p>
<p><em></em><em>Annlaug: November (Fivreld / Sunny Moon)</em></p>
<p><em>Tore Brunborg / Kirsti Huke: Scent of Soil (Hubro / Sunny Moon)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vorspeisenplatte, Eintopf und Dessert &#8211; ACT feiert Geburtstag</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 10:54:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gdiesing</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ACT]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<description><![CDATA[Einen schmackhaften Eintopf versprach Nils Landgren dem Publikum in der noblen Hamburger Laeiszhalle in seiner Begrüßung. Das Label ACT feiert bekanntlich in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag und hatte für vier Jubiläumskonzerte in Berlin, München, Düsseldorf und Hamburg im firmeneigenen Küchenschrank gestöbert, um ein angemessenes Festmahl auf den Tisch zu bringen. Dass es eine eigens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1561" rel="attachment wp-att-1561"><img class="alignright size-full wp-image-1561" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/ACT20b.jpg" alt="Nils Landgren, Caecilie Norby, Nguyên Lê und Wolfgang Haffner" width="300" height="200" /></a>Einen schmackhaften Eintopf versprach Nils Landgren dem Publikum in der noblen Hamburger Laeiszhalle in seiner Begrüßung. Das Label ACT feiert bekanntlich in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag und hatte für vier Jubiläumskonzerte in Berlin, München, Düsseldorf und Hamburg im firmeneigenen Küchenschrank gestöbert, um ein angemessenes Festmahl auf den Tisch zu bringen. Dass es eine eigens zusammengestellte Band der Bandleader war, die dabei in verschiedenen Kombinationen auf der Bühne standen, passte bestens zum Anlass, schließlich gehört es zum Erfolgsrezept von Label-Chefkoch Siggi Loch, musikalische Begegnungen zu initiieren, bei denen teils bewährte Ingredienzien neu zusammengerührt, aber immer wieder auch neue Zutaten hinzugefügt werden.</p>
<p align="left">Zu den Altgedienten der Jubilee Night gehörte neben Posaunist Landgren, der über die Jahre zur guten Seele des Labelkatalogs geworden ist, die Rhythmusgruppe mit Wolfgang Haffner (dr) und Lars Danielsson (b), der zudem seine Frau Caecilie Norby (voc) mitgebracht hatte. Mit Nguyên Lê (g) war der historisch erste ACT-Exklusivkünstler dabei, und von den beiden Pianisten blickt Michael Wollny nun auch schon auf eine beachtliche Zahl von ACT-Alben zurück. Sein polnischer Kollege Leszek Mozdzer zählt dagegen mit der Französin Céline Bonacina (baritone sax) und dem Finnen Verneri Pohjola (tp) zu den jüngeren Zugängen.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1562" rel="attachment wp-att-1562"><img class="alignleft size-full wp-image-1562" style="margin-left: 4px;margin-right: 4px" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/mozdzer_wollny.jpg" alt="Leszek Mozdzer und Michael Wollny" width="217" height="260" /></a>Nachdem die Beteiligten sich mit dem programmatisch gewählten „We Are Family“ von Sister Sledge eingegroovt hatten und einer nach dem anderen dem Publikum seine musikalische Visitenkarte gereicht hatte, wurde es zunächst noch einmal leerer auf der Bühne. Denn vor den angekündigten Tutti-Eintopf hatte der Küchenmeister die große gemischte Vorspeisenplatte gesetzt: In Teilbesetzungen vom Solo bis zum Quintett gab es Bekanntes (wie das bereits CD-erprobte Duo Mozdzer/Danielsson) und Überraschendes zu erleben. Ein erster Höhepunkt war erreicht, als sich Mozdzer (im Bild links) und Wollny (im Bild rechts) zum Duo an Flügel und Fender Rhodes zusammentaten und mit zirkusreifen Instrumentenwechseln in voller Fahrt überraschten. Landgren versüßte eine Ballade von Wolfgang Haffner mit einem besonders weichen und melodischen Solo, und Bonacina, Wollny und Danielsson fanden als Trio zusammen, das mit einem kammermusikalischen Intermezzo für eine interessante Geschmacksnote sorgte. Einzig Caecilie Norby irritierte in einer Debussy-Bearbeitung mit dem überflüssigen Gebrauch von Effektgeräten, die ihre Stimme alienartig verfremdeten, und konnte auch in Nguyên Lês ansonsten mitreißender Bearbeitung von Jimi Hendrix‘ „Purple Haze“ nicht recht überzeugen.</p>
<p align="left"><a href="http://www.ago7.org/?attachment_id=1563" rel="attachment wp-att-1563"><img class="alignright size-full wp-image-1563" src="http://www.ago7.org/wp-content/uploads/ACT20a.jpg" alt="Wollny, Mozdzer, Bonacina, Danielsson und Pohjola" width="280" height="200" /></a>Mit der kompletten Besetzung wurde es zunächst mit „Hymnen“ von Lars Danielssons aktueller CD noch einmal überraschend kultiviert und feierlich, bevor dann der Regler doch in Richtung des roten Bereichs gedreht wurde. In Bonacinas „ZigZag Blues“ heizten Gitarre und Baritonsaxofon den Herd ordentlich an, und Pohjolas „But This One Goes In Four“ bewies seine Tauglichkeit für größere Ensembles. Zu guter Letzt wurde ein Musiker geehrt, der bei einem ACT-Fest natürlich nicht fehlen durfte: Mit einer groß angelegten und energiegeladenen Version von „Dodge The Dodo“ und der Zugabe „Love Is Real“ verbeugten sich die Musiker gemeinsam vor Esbjörn Svensson. Das trotz der mulmigen Akustik der Halle begeisterte Publikum hatte ungeachtet der kalorienreichen Kost noch Appetit und erklatschte sich ein unbegleitetes Nils-Landgren-Solo als Dessert.</p>
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